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Nach dem Emergency Room geht es in den Recovery Room. Eine Hütte auf einem Campingplatz mit richtigem Bett, TV und Kühlschrank. Eine richtige Krankenstation, als Abwechslung zum engen Auto. Es wird Brei gekocht und beim Anziehen geholfen.
Aufgrund drei freiliegender Nerven, haben wir keine Weiteren um viel Zeit an der Westküste zu vertrödeln. Der nächste Zahnarzt der Zeit hat, ist in Perth. Nur 1000 km südlich. Easy. Um währenddessen Fortschritte in der psychologischen Rehabilitation zu machen, machen wir den kleinen Umweg von 300 km in die Region der Shark-Bay. Monkey-Mia wartet. Ein Ort, der nur aus einem kleinen Resort besteht, genießt regelmäßig die Gunst einiger hungriger, menschenfreundlicher Delfine. Für ein geringes Eintrittsgeld, kann man den Delfinen, die hier freiwillig – jedoch konditioniert – immer wieder an den Strand kommen, beim Schwimmen zusehen. Mit ein bisschen Glück wird man für eine Fütterung auserwählt – aus der Masse der Touristen. Katharina hat Glück. Es sind auch nur wenig Leute da. Muss ein tolles Erlebnis für sie sein. Für mich ist es umso toller sie glücklich zu sehen. Nicht das wir deprimiert waren… aber mit halbabgebrochenen Schneidezähnen, beißt´s sich halt doch nicht so leicht durchs Leben.
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Watch out! King Waves Kill! Ein großes Schild 60 km nördlich von der Provinzstadt Carnarvon, warnt uns vor der Kraft des Meeres. Während ich noch rätsel was es genau mit diesem Schild auf sich hat, ist es schon passiert.
Wie schon im Teil „Deadly Australia“ beschrieben, gibt es sogenannte Blowholes an der felsigen Küste, die durch den Seegang zum leben erweckt werden. Es ist ein rauer Tag. Das Wasser schießt Meter hoch in die Luft. Wir haben beide unsere Regenjacken angezogen, in der Hoffnung die vom Winde verwehten Wassertropfen abzublocken. Die Wassertropfen die im nächsten Moment „vom Winde verweht werden“ stehen außer Konkurenz. Während das Blowhole noch harmlos seine Fontäne sprüht, schwappt eine Riesen-Welle an der Felsküste über und regnet direkt auf Katharina runter. Ich stehe leider einen Meter zuweit weg um sie aufzufangen… Als sich die Wassermassen verzogen haben lächelt sie mich furchteregend mit abgebrochenen Schneidezähnen an. Der Schock ist größer für mich als für Sie. Ich trage sie sofort zum Auto und versuche erste Hilfe zu leisten. Pflaster auf die Zähne, gefällig? Wohl kaum. Mit blutverschmiertem Mund beruhigt sie mich und macht mir deutlich loszufahren. Wir machen die 60 km in einer halben Stunde –Porsche like. In der Notaufnahme sind wir sofort an der Reihe und unsere Nerven beruhigen sich.
Eine mini Flake-Fraktur am Zeigefinger, ein paar Oberflächige Schnitte und Schürfwunden sowie drei „halfway“ gebrochene Zähne sind das Resultat. Wir entscheiden uns für „glimpflich davon gekommen“ – das Meer hätte sie auch mitnehmen können…
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Das Riff selber erforschen wir direkt vom weißen Sandstrand aus. Einfach rein und von der Strömung treiben lassen…aber nicht hinaus aufs offene Meer! Die Korallen sind nicht ganz so bunt wie die des großen Bruders im Osten, aber besser in Schuss haben wir den Eindruck. Das ist aber nur eine Schnorchelerfahrung und kann für Taucher wieder ganz anders sein.
Nach ein paar entspannten Tagen im Paradies satteln wir unser Ross und reiten Richtung Süden. Die Piste ist bucklig und wir beten um das gerade reparierte Auto. Es hält. Andere haben weniger Glück: Ein Adelaider-Rentner-Pärchen bleibt mit ihrem Nissan Patrol bei der notwendigen Überquerung des Yardi-Creek stecken. Er hat kaum mehr Wasser bei Ebbe, der Creek. Aber ohne die Luft aus den Reifen zu lassen (bei unserem4WD von 45 auf 15 psi), hat man schlechte Chancen im weichen Sand. Wir sind froh das wir auch mal helfen können und ziehen sie rückwärts raus.
Weitergehts Richtung Süden. Wir merken dass unsere kostbare Australien Zeit langsam ausläuft und es gibt noch viel zu sehen und das Auto will ja auch noch verkauft werden. Was für eine Aufgabe. Wenn wir wüssten was noch kommt…
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In Exmouth angekommen, zeigen uns die „No Free Camping – 200 $ Fine“-Schilder, wie der Hase läuft. Obwohl sich im Vorraus buchen gelohnt hätte, sind wir doch noch auf einem der Buschcamps am Strand des Cape-Range-National-Parks untergekommen. Hier ist es Känguru-Land. Bei Dämmerung tut sich unser Toyota schwer, eins nicht zu erwischen. Dennoch bleibt uns Känguru am Spieß erspart und wir kochen vegetarisch. Für den nächsten Morgen haben wir uns für eine vielversprechende aber kostspielige Whaleshark-Tour eingeschrieben.
Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Tiere ziehen allmählich weiter. In Coral Bay wurden sie schon gar nicht mehr gesehen und hier war gestern der erste Tag an dem sie überhaupt nicht aufgetaucht sind. Eigentlich kommen die größten Fische der Meere jedes Jahr regelmäßig über einen bestimmten Zeitraum ganz nah ans Ningaloo-Riff. Das macht diesen Ort so besonders, da dies anderswo weniger üblich ist. Warum kommen Haie an die Küste? Wie wir wissen sind Haie friedliche Planktonfresser – aehem… zumindest die Walhaie – und die freuen sich hier jährlich auf das große Korallenleichen. Klingt süß, nicht?
Mit uns an Board sind einige die die Tour am vorherigen Tag schon mal gemacht haben und leider nix gesehen haben. Die Policy verspricht: Wer nix sieht darf nochmal mit! Die Erwartungen sind also hoch – die Spannung auch. 350 $ für einen „normalen“ Schnorchelausflug ist wohl doch etwas viel. Als das Spotterplane die ersten Haie sichtet, ist die Erleichterung groß. Alle bereiten sich vor und hüpfen auf Kommando ins Wasser. Vier boote teilen sich den erlösenden Funkspruch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Der Guide vorweg, die Hand zu einer Haiflosse auf dem Kopf geformt. Mist abgetaucht. Alle wieder ins Boot. Nach zehn Minuten geht das Spiel von vorne los. Und wieder nix. Die Erwartungen sinken in den Keller – müssen die „bloody b@s*@§d$“ auch immer abtauchen? Beim vierten Funkspruch zeigt er sich dann. Massiv aber elegant schwimmt einer der kleineren Riesen an uns vorbei. Wir halten uns an den Seiten um ihm nicht im Weg zu stehen und schwimmen mit. Schöne Weiße Punkte hat der… Anfassen ist leider nicht, aber auf ein paar Meter darf man schon hin – der Hai stört sich nicht besonders und bleibt an der Oberfläche.
Ein wunderbares Erlebnis das sein Geld wert war würden wir sagen. Wir dürfen das ganze dann noch 2 mal Wiederholen mit dem selben und mit einem weiteren Exemplar. Wir haben keine 18 Meter Walhaie erwartet und das war auch gut so. Aber selbst die kleinen Fische mit 4-5 Meter machen richtig Eindruck. Fotos machen wir auch, leider geht das „Klump“ von Unterwasserkamera kaputt und Wasser zerstört den ganzen Film.
An diesem Nachmittag werden wir noch mit großen Meeresbewohnern gesegnet und wir sehen, Buckelwale, Minkeywale und Delfine vom Boot aus und Schildkröten und mächtige Manta-Rochen mit der Taucherbrille.






















































