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Auf dem Weg nach Darwin machen wir einen Abstecher in den berühmten Kakadu-National-Park. Nach dem wir die letzten 2500 km nur Wildnis hatten, wird uns hier schlecht. Keine Lust mehr auf den steppigen Park – schaut auch nicht anders aus als alles andere. Langeweile macht sich breit. Wer in der Trockensaison etwas sehen will, muss weite Sidetracks in kauf nehmen, z.T. stundenlang auf einer 4-WD Piste… Danke, wir haben genug. Die Australische Einsamkeit haben wir wie Kekse gefressen… Ohne Pause geht es den ganzen Weg hoch bis nach Jaibiru, die einzige wirklich „Stadt“ oder besser Ort im Nationalpark. Dort ziehen wir ein paar Bahnen im öffentlichen Schwimmbad und Tom und ich machen ein bisschen Fitness im nahegelegen Shed.
Am Abend entdecken wir dann doch noch Schönheiten des Parks. Hinter Jaibru liegen die Felsmalereien, -Formationen und Weiten Sümpfe von Ubir. Das alleine war der weite Weg schon wert. Nach einer Nacht auf einem Buschcampingplatz, zieht es uns in die richtige Stadt: Darwin.
Darwin, ist ein kleines Städtchen im Norden des Northern Territory, hat für uns nur ein Gesicht: Zivilisation. Wir bleiben auf einem Campingplatz, genießen den Lärm der V8 Motoren des nahegelegenen „SuperCar-Races“ und checken die Stadt aus. Zwischendrin finden wir wieder Lust auf Nationalpark und sehen uns springende Krokodile auf dem Adelaide River sowie den weitaus kleineren und schöneren Litchfield-Nationalpark an. Hier gibt es Wasserfälle und viele Quellen und Fels-Pools zum Baden. Genau das Richtige, bei über 30 Grad und prallem Sonnenschein. In Darwin gehts auf den Nachtmarkt am Strand, wir treffen „Davide“, einen alten bekannten aus der Wohngemeinschaft in Sydney und haben Spaß und feiern mit Locals. Es ist unser letzter gemeinsamer Abend zu viert. Für beide Lara und Tom geht es zurück nach Sydney auf unterschiedlichen wegen. Der eine direkt und die andere macht einen kleinen Umweg über den RedCenter und Uluru (Ayers Rock). Das wär uns ja viel zu weit…
Wir hatten kurzzeitig daran gedacht unser Auto hier in Darwin zu verkaufen, nicht das es hier keine 4-WDs gäbe, aber die sind hier einfach mehr Wert. Wir würden hier geschätzte 9000 AUD für unser Auto bekommen. Da machen wir am Ende noch Gewinn. Aber die Ernüchterung kommt schnell: Ein vergleichbarer Leihwagen für 1 Monat für den Rest der Westküste kostet unglaubliche 4500 Australische Dollar (2650 EUR). Das lohnt sich nicht und so kommt das Auto mit bis nach Perth. Wenn es soweit kommt…
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In Prospekten und Magazinen wird der Savannah Way als eine herausfordernde Touristenattraktion für den abenteuerlustigen Selbstfahrer beworben.
Herausfordernd und abenteuerlustig – ja. Touristenattraktion? Nein. Der Savannah Way erstreckt sich über die ganze nördliche Breite Australiens von Cairns bis nach Broome. Er ist größtenteils eine wenigbefahrene, holprige Wüstenstraße, ungeteert mit vielen sandigen Stellen. Es gibt alle paar Hundertkilometer mal eine Tafel mit Informationen zur Umgebung mit mehr oder weniger spannenden Details wie das nächste Bergwerk, welche Känguruarten es dort gibt und wie welcher europäischer Forscher auf diesem Weg mit seinem 1000 Rindern und Kamelen zugrunde gegangen ist. Letzteres ist auch kein Wunder, diese Route führt durch ein totes Land in der Trockenzeit. Endlose Steppenfelder mit dürren Bäumen und struppigen Büschen sind das einzige Naturschauspiel was man aus dem linken und dem rechten Autofenster sehen kann. Es hat 40 Grad und kein einziges Wölkchen am Himmel. Dennoch für etwas Abwechslung sorgen die Kühe die man immer mal wieder an oder auf der Straße sieht.
Doch dieser Weg erspart dem 4WD-Fahrer den langen Umweg zurück in den Süden und dann über Mount Isa nach Darwin zu fahren.
Die ersten 400 km ab Cairns fahren sich auf einspurigem Bitumen (holpriger Teer, mit offenen sandigen Schultern). In Normanton, der Eingang zu Golf von Carpentaria, angekommen bleiben wir eine Nacht um uns mit dem nötigsten (Essen, Trinken und vorallem Diesel) für die bevorstehenden 2000 km zu wappnen. In diesem Ort wird uns zum ersten mal bewusst, was man unter einer Australischen Outback-Town versteht. Es ist recht dreckig, staubig, alles ein bisschen heruntergekommen… der alte weiße Australier an der Tankstelle hat Schmiere im Gesicht und kaut auf einem Zahnstocher als er mir wortlos das Wechselgeld in die Hand drückt. Am Abend grillen wir am öffentlichen BBQ im Dorfpark. Besoffene „Blackfellas“ laufen wie in Trance über den Park, manche wortlos, manche interessiert und alkohlisch-ungehemmt freundlich, direkt in Richtung des berühmten Purple-Pub. Der leuchtet nämlich so schön lila bei Nacht. Wir hoffen das es bei den Freundlichkeiten bleibt, seitens unserer indigenen Gastgeber auf diesem Kontinent und werden auch nicht enttäuscht. Eine Gruppe die mit ein, zwei „Slaps“ (je 30-Dosen) „XXXX-Gold“ zurückkommt, spricht uns an, wo wir herkommen, was uns in dieses verlassene Loch führt und wo wir hin wollen. Es gibt noch ein paar gute Ratschläge für angebliche Sehenswürdigkeiten unterwegs und ein Gratis-Bier für jeden.
Der Weg von Normanton, über Burketown nach Borolloolla ist recht eintönig. Wir haben trotzdem Spaß, die Stimmung ist wieder super… und das lustige Lara und Tom Spiel beginnt für uns von neuem. Nur… mitten in der Steppe gibt es kein entkommen. Sie müssen sich also mindestens bis Katherine – der zentrale Knotenpunkt südlich von Darwin und nördlich von Alice Springs – vertragen.
So kommt es dann auch… die Autofahrten sind lang und die Tage kurz. Es gibt unheimlich viele Fliegen tagsüber und Nachts Moskitos. Wir verlassen Borolloolla relativ schnell. Außer zu der einen Tankstelle, darf man hier ohne Permission eh nicht reinfahren. Das ist Aboriginal-Territorry. Porno- und Alkohol-Freie-Zone. Wir verfahren uns glatt an der Kreuzung und fahren voll rein. Einmal um die Kurve, eine schleife durch die Slums, gekennzeichnet von verrosteten Autos, Müll und wackligen Blechhütten, und genause wieder zurück, wie wir hergekommen sind. Ein paar Kilometer nach dem Ort, sehen wir ein ganzes Dosenmeer mit einer Gruppe betrunkener indigener Australier… Irgendwas läuft hier gewaltig schief mit der Aboriginalpolitik in Australien…
Auf dem Weg gibt es dann doch noch die erhofften Attraktionen. 15 Meter hohe Felszylinder ragen aus dem verbrannten Steppenboden in die Luft. Der Fels ist Sandstein und die vom Regen geformte „Stadt“ bildet einen spannenden Einblick in die wüstig-rote Felswelt Australiens. Die „Southern Lost City“ ist ziemlich beeindruckend gerade weil hier kein Mensch ist. In der Morgensonne gibt es einen wunderschönen Kontrast aus schwarzer Erde und rotem Fels. Auch die schöne „Butterfly Gorge“ zieht uns in ihren Bann. Mitten in der Wüste eine kleine Oase an einer schattigen Felswand. Wir baden ausgelassen und freuen uns über das kühle Nass.
Fast in Katherine angekommen entscheiden wir spät abends noch eine Nacht im Mataranka Homestead zu bleiben. Für uns ein willkommener Kontrast zu der letzten Woche Einöde. Die Nachtfahrt dorthin birgt einige känguruliale Gefahren. Aber auch Schlangen kriechen aus ihren Löchern und wärmen sich nachts auf dem warmen Asphalt. Wir überfahren fast eine und kehren nochmal um, weil wir gespannt sind wie groß das Tier war. Ich steige aus und möchte die totgeglaubte Schlange aus sicherem 3 m Abstand begutachten. Plötzlich bewegt sie sich, zischt und schleicht sich aber dann zurück. Das war ein Schock – das Teil war immerhin gut 2 m lang und sehr wahrscheinlich extrem giftig, wie alles hier. Aus einer Nacht werden zwei auf dem schönen, ruhigen Campingplatz mit Palmen, einer Bar und heißen Quell-Pools. Tagsüber gibt es hier einige Besucher, Nachts jedoch (die Quellen liegen direkt am Campingplatz im angrenzenden Nationalpark) ist hier kein Mensch. Das ist der absolute Geheimtipp für jeden der sich im Territory aufhält: Das Wasser ist in Naturpools angelegt und ist von Palmen umringt. Der Sternenhimmel, den man hier sieht während man im Wasser liegt ist unvergesslich. In der Bar freuen wir uns auf ein paar kühle Bier und Livemusik zum Tanzen.
Der Savannah Way geht weiter bis nach Broome. Doch wir machen einen Ausflug in den hohen norden zum Kakadu-National-Park und nach Darwin.



























































































