2 off the beaten track


We are Sailing
8. Juli 2009, 9:16
Gespeichert unter: Australien

Lange Fahren und Regen – doch zu viert trotzen wir den australischen Distanzen. Laute Musik verschafft uns zwei tanzende Leute auf der Rückbank. Unser Landcruiser läuft und läuft und läuft. Die Fahrt nach Airle Beach, das Tor zu den berühmten Whitsunday Islands, liegt einige Kilometer nördlich von Brisbane. Wir durchqueren die tropische Grenze in Rockhampton, es ist ein bisschen wärmer und es gibt Palmen aber sonst ist noch nicht viel passiert. Das kommt noch. Wir sind aufgeregt weil wir uns jetzt im Land der Krokodile befinden. An Gewässern ist hier im Norden Vorsicht geboten…

Airle Beach, ein ganz netter, touristischer Ort, zeigt uns dann doch das es Klimatechnisch auch anders geht. Blauer Himmel und 27 Grad – türkises Meer und grüne Inseln vor der Küste. Wir freuen uns über die Urlaubsgefühle und buchen eine Segeltour.
3 Tage auf der „Spank Me“ sollen es sein, ein ehemaliges Regatta-Rennbot. Unterdeck ist es recht eng, wir lassen uns aber nicht davon stören. 25 Leute auf dem Boot – es sollte doch recht lustig werden…

Wird es auch. An Deck läuft alles ein bisschen anders als auf dem Land. Immer Barfuß, immer ist alles nass oder feucht. Gut das der Wind warm ist und die Sonne scheint. Der Alkohol von 25 Leuten befindet sich in zwei großen Kühl-Behältern… zumindest am ersten Abend. Am Zweiten ist er weg. Das Boot ist multikulturell: Iren, Engländer, Amis, Kenyaner, Deutsche, Franzosen, Italiener, Veganer… alles dabei. Lara und Tom werden gezwungen in einem Bett zu schlafen wegen Platzmangels und wir helfen dabei die Segel zu hissen und entspannen an Deck.

Die ersten zwei Tage gibt es Schnorchelabenteuer rund um die Inseln. Ich geh sogar mal auf 9 Meter Tiefe ein bisschen Probier-Tauchen. Hier gibt es nette Korallen und bunte Fische. Besser wird es als wir am dritten Tag aufs Riff raus fahren. Das liegt noch ein paar Kilometer außerhalb von den Whitsundays. Komisches Gefühl soweit draußen auf dem Meer zu sein und einfach ins Wasser zu hüpfen. Das Riff hier ist größer als die Korallen um die Inseln, überall gibt es kleine und größere Riffhügel die man abschnorcheln kann. Es gibt hier generell größere Fische, Haie haben wir leider keine gesehen, aber kleine Nemo-Clown-Fische in ihren Anemonenhäusern und metergroße Muscheln die ihren Mund schließen wenn man hinschwimt. Leider sind bedenklich viele Korallen auch schon abgestorben aufgrund von wärmeren Wasser und verändertem Säuregehalt. Bestimmte Teile sehen dann richtig tot aus – grau wie Asche. Wem der komische Sommer und die Wetterverschiebungen, von denen manche Australier übrigens auch sprechen, nicht reicht und wer sich vom Klimawandel überzeugen lassen möchte, kann das hier prima tun.

Wir machen auch noch Halt auf Whitsunday Island und gehen baden am Whiteheaven Beach. Wohl der berühmteste von allen Stränden hier. Rund um das ankernde Segelboot schwimme Schildkröten. Der Strand ist extrem fein und weiß! Dieser Strand hält was die Prospekt-Bilder versprechen. Wir gehen allerdings mit Stingersuit ins Wasser denn die Quallen-Saison ist erst gerade am Ende und man kann sich nie sicher sein wo sich Irukandji, Box-Jelly und Co rumtreiben.

Nach drei Tagen an Bord reichts dann auch wieder. So schön es auch klingt, so eine Segeltour ist doch auch ganz schön anstrengend: Wir hatten einen Super-Schlaf-Platz mit Schiebedach und Sicht auf den beeindruckenden südlichen Sternenhimmel. Bedeutet aber gleichzeitig auch, dass das nicht 100% Wasserdicht ist und eine Plane die Betten beim Segeln schützt. Wenn dann um halb sechs Uhr morgens die Anker gelichtet werden, dann wirds ziemlich schnell ungemütlich. Ein Waserfall weckte uns auf. Wir realisierten schnell, dass das Dach nicht mal 70% Wasserdicht ist ohne diese Plane. Des Weiteren wird einem bei Seegang Unterdeck binnen Sekunden sauübel. Da hilft auch kein Ingwer mehr…

Wieder auf dem Festland, setzen wir unsere Reise richtung Norden fort. Es geht in die tropische Bananenregion südlich von Cairns in der Fabi und Inna sehr viel Zeit verbracht haben.


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